Kurz vor Ende des Jahres ist es - wenn nicht schon passiert - ein idealer Zeitpunkt sich einen Plan fuer das naechste Jahr zu machen. Was will ich erreichen? Wann will ich es erreichen? Welche Teilziele muss ich dafuer erfuellen?
Das ist die Pflicht. Die Kuer ist ein Plan B. Was wuerde ich machen, wenn all das nicht klappt oder was ist mein geheimer Traum, wenn ich nur koennte...
Dieser Plan B kann Freiraeume schaffen und neue Energie verleihen. Schon mal systematisch unter realistischen Bedingungen darueber nachgedacht?
So oder so aehnlich lautete mal ein Artikel im HBR. Liest sich sehr gut, leicht verstaendlich und in sich schluessig.
Heute Morgen um 4 Uhr bekam ich einen SMS von einem Investment Banker, der fuer 8 Uhr ein Gespraech mit einem meiner Kunden hat - hatte. Er war - mal wieder - noch im Buero und sah sich (nicht ueberraschend) nicht in der Lage bis 8 Uhr wieder fit zu sein.
Den Artikel haben wohl nicht alle gelesen, die gut verdienen...
Es ist Zeit fuer Veraenderung. Ein neuer Job ist gefunden. War nicht einfach, die Gespraeche in den Arbeitsalltag einzubinden. Jetzt nur noch kuendigen und dann kanns losgehen.
NUR noch?
Die Kuendigung kann zum Alptraum werden, wenn man sie unvorbereitet angeht. Was spricht fuer den neuen Job? Warum gefaellt mir meine jetzige Aufgabe nicht mehr? Die Antworten muessen Ihnen klar sein, damit der neue Job auch der Richtige ist.
Diese beiden Fragen sind allerdings auch Fragen, die Sie im Kuendigungsgespraech eigentlich nicht beantworten wollen. Ziel einer Kuendigung ist schliesslich auch so reibungslos wie moeglich aus einem Job rauszukommen. Da will man sich am Ende nicht noch ueber subjektive Wahrnehmung oder Dinge, die schon eine Weile nicht mehr so waren, wie sie sein sollten streiten.
In der Bankenwelt – sicherlich das agressivste Kuendigungspflaster – treffen Kuendigungen den Arbeitgeber oft hart. Die Konkurrenz schlaeft nicht und es ist nicht leicht den richtigen Menschen fuer genau diese Rolle zu finden. Schnell werden dann Versprechen gemacht: mehr Geld, mehr Verantwortung, ein neues Team und und und. Die Umsetzung bleibt hier jedoch nicht selten offen.
Also lieber dabei bleiben, was unterm Strich dabei rauskommt: Ich kuendige. Ich hatte eine gute Zeit, habe mich sehr wohl gefuehlt und in den vergangenen Jahren viel gelernt und erfahren. Es ist Zeit fuer einen Wechsel. Ich habe eine neue Rolle angenommen, die ich so schnell wie moeglich antreten moechte. Ich habe ein Uebergabeprotokoll gemacht, bin gerne bereit meinen Nachfolger einzuarbeiten, aber meine Entscheidung steht.
Was ist Recruitment? Eine Kunst? Ein Lehrberuf? Ein Nebenprodukt von Netzwerken? Dringend notwendig?
Egal welchen Standpunkt man vertritt: es ist eine Frage der richtigen Organisation.
Habe gerade eine Projekt abgeschlossen, dass einen mehrschrittigen Plan hervorgebracht hat, der jedem Unternehmen, dass nur eine kleine oder gar keine Personalabteilung hat, helfen kann die passende Recruitment-Loesung zu finden.
Spannend und leicht zu rekonstruieren!
Der Herbst hat zwei Seiten in Londons Bankenwelt - aus Rekruitment Sicht. Da sind die Kunden, die Spezialwuensche fuer den Winter und das kommende Fruehjahr haben und da sind die Opfer der saisonalen betriebsbedingten Kuendigungen.
Leider passen beide nicht immer zusammen.
Hatte die Tage wieder ein interessantes Gespraech mit nem Banker darueber, wie er seine Kuendigung jobtechnisch und psychologisch angehen kann. Das Ergebnis war gut. Er sieht sich nicht mehr als Opfer, sondern sieht eine Chance zur Veraenderung.
Geht doch!
Waehrend die einen noch in Urlaubserinnerungen schwelgen ist fuer andere bereits der harte Arbeitsalltag eingetreten. Fuer alle gilt jedoch: Der Sommer ist vorbei – Idealer Zeitpunkt fuer ein Update.
Ein einfacher Ueberblick ueber einen systematischen Ansatz.
Warum also nicht gezielt in den Winter netzwerken?! Doch zu welchem Zweck? Was will ich erreichen? Soll es ein ausgewaehltes Urlaubsziel sein, die Strategie der Kunden fuer die naechste Saison, die naechsten persoenlichen Karriereschritte, Personalsuche fuer das naechste Jahr oder das Winterprogramm des Golfclubs?
Wer Informationen sucht, muss auch Informationen geben koennen oder wie die Koelner sagen „man muss auch joenne koenne“. Was kann ich bieten? Ganz einfach: Sie wissen, was Ihre Firma macht – wer ist neu, wer hat gekuendigt und wo wird dieses Jahr ein Buero eroeffnet. Sie wissen, welcher der letzten Urlaube ein Erfolg war – und warum! Sie haben eine Idee, wie die Golfclub-Mitglieder bei Regen und Schnee gemeinsam Spass haben koennen oder wie eine Indoor-Drivingrange finanziert werden kann. Das reicht.
Die wichtigste Frage ist die nach den Gespraechspartnern. Wenn es nicht schon eine Liste mit den besten Kontakten zu der Fragestellung gibt, gilt: im Zweifel weiss jeder etwas. Sie werden nun womoeglich widersprechen – und in Nullkommanichts ist die erste Anrufliste definiert mit Menschen, die neben einem Golfclub wohnen, einem Freund der einen Golfclub leitet, dem Spielpartner, dem Arbeitskollegen der letztes Jahr zum Golfurlaub in den Staaten war und der Sekretaerin ihres Vereins.
Wie gut ist die Kontaktliste? Eine kurze Checkliste:
• Sie glauben keine Experten zu kennen und muessen bei null anfangen?
o Listen Sie alle Menschen auf, die etwas mit Sport oder Finanzierung zu tun haben. Dann listen Sie sie nach Priorität auf und konzentrieren sich zunaechst auf die relevanten Personen. Hier mag es dann vielleicht auch erst einmal darum gehen jemanden zu finden, der jemanden kennt anstatt direkt mit dem Experten schlechthin zu sprechen.
• Die Liste ist lang.
o Kontrollfrage: Ist die These treffend formuliert? Wuerde die Liste kuerzer, wenn die Fragestellung praeziser waere?
• Sie haben lange nicht mehr oder noch nie mit einer Person gesprochen, die auf der Liste steht.
o Kein Problem. Sie wuerden doch auch helfen, wenn Sie jemand freundlich fragt.
• Eine Telefonnummer fehlt.
o Wo arbeitet derjenige? Telefonzentrale anrufen, verbinden lassen und falls noetig ausserhalb der Buerozeiten verabreden.
Es wird nicht lange dauern und Sie bekommen eine Empfehlung: ein Verweis auf eine Organisation, eine Internetseite oder eine Person. Fragen Sie gezielt genau danach, denn jetzt faengt das Netzwerken richtig an indem Sie es nutzen und erweitern!
Viel Spass und Erfolg!
Bezahlen...
Juni 2010
Oder: Was für Londoner (am Monatsende) wichtig ist.
Mal etwas vereinfacht: Was zählt ist „total comp“. Ein gutes Basisgehalt ist nicht unwichtig, aber wenn entschieden wird, ob ein Job interessant ist oder nicht schauen viele Arbeitnehmer auf das Jahresgehalt, das mit Hilfe von Bonuszahlungen erreicht werden kann oder sogar garantiert ist.
Die Folgen sind vielfältig. Die Arbeitnehmer-Motivation ist positiv, aber natürlich auch käuflich. Der Arbeitgeber hat einen Vorteil im Cashflow-Management. Er kann eingenommenes Geld investieren bevor er es auszahlen muss oder dann zahlen wenn das Geld vorhanden ist und nicht, wenn Zahltag ist.
Wo es möglich ist, werden Beschäftigungen umsatzbezogen entlohnt. Oft gibt es klar vereinbarte Staffelungen, bei denen jeder weiß woran er ist. Die Anzahl der Modelle kennt keine Grenzen:
- Basisgehalt + Bonus nach Ermessen des Vorgesetzten
- Basisgehalt + 20% vom ersten umgesetzten Pfund
- Basisgehalt + 40% jedes erwirtschafteten Pfundes, das nach dem 3fachen Basisgehalt eingenommen wird.
- Basisgehalt + 15% vom ersten persönlich umgesetzten Pfund + 5% vom Firmenumsatz
- Basisgehalt + 20% bis 100,000 Umsatz + 30% von Umsatz zwischen 100,001 und 250,000 und 50% von allen Einnahmen über 250,001
- Basisgehalt + 20% als garantierter Bonus
- Basisgehalt + 20% als garantierter Bonus + Firmenanteile
Je nach Firma werden Boni vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich ausgezahlt. Bei einer Kündigung, von welcher Seite das auch sein mag, entfällt in der Regel der Anspruch auf eine Auszahlung.
Die Kreditkrise hat das Bezahlwesen ordentlich durcheinander geschüttelt. In den Jahren 2008 und 2009 waren Garantien selten. Jetzt zeigt sich der Markt wieder etwas optimistischer; da ist auch die Bereitschaft einer garantierten Zahlung größer, um den richtigen Mitarbeiter zu gewinnen.
Wo kommen wir her – wo geht es hin? Bis 2007/2008 – also in guten Zeiten – wurden die Grundgehälter klein im Vergleich zu den Jahresverdienstmöglichkeiten, die immer größer wurden. Nach der Krise hat sich im Vereinigten Königreich die Steuersituation für die Bonuszahlungen verändert und innerhalb von relativ kurzer Zeit sind die Basisgehälter in den großen Banken 20 bis 50% hochgeschnellt. Ob das so bleibt, oder ob das nur eine saisonale Erscheinung war, ist unklar.
Wie möchten Sie bezahlt werden? Hat sich Ihre Einstellung durch die Krise verändert?
Arbeitsmarkt auf Englisch
Mai 2010
London ist Europas schnellster Arbeitsmarkt. Arbeit finden – Arbeit verlieren. Ein Kreislauf, der außerhalb von Asien und Amerika seines Gleichen sucht. Was machen die Londoner schon, was uns in Deutschland noch erwartet?
London ist nicht England und gerade das macht es einzigartig. Top Arbeitskräfte aus allen Herren-Ländern hat es an die Themse verschlagen. Ein Schmelztiegel von Kulturen, Erfahrungen und Gesinnungen.
Traditionell haben vor allem die Angestellten* in der Finanzbranche profitiert. Die Gehälter sind gut, aber auch nicht ohne Grund entstanden Begriffe wie „last in – first out“ oder „hire and fire“, wenn es darum ging diesen einzigartigen Arbeitsmarkt in Worte zu fassen. Die Risiken haben sich für viele ausgezahlt – andere hat es Kopf und Kragen gekostet.
Generell wird leistungsbezogen bezahlt und befördert. Es ist unwichtig wie alt man ist, welche Ausbildung man hat oder welche Berufe man vorher ausgeübt hat. Es kommt vielmehr darauf an, dass es zwischenmenschlich „klickt“ und dass die Person gut in dem Aufgabenbereich ist für den sie angestellt wird. So werden Historiker zu Risikomanagern oder Chemiker zu Rohstoff-Händler an der Börse. Und Journalisten zu Headhuntern…
Nichts ist hier einfacher als eine „Ltd.“ Firma zu gründen und seine Dienste innerhalb weniger Stunden oder eines Tages als Unternehmer anzubieten. Jeder setzt sich sein eigenes Limit.
Deutschland ist noch nicht so weit, aber sicher auf dem Weg in die selbe Richtung. Doch wohin führt mich dieser Weg? Was erwartet mich und kann ich mich vorbereiten? Einfache Fragen mit mitunter schwierigen Antworten. Ein Blick über den Tellerrand kann helfen sein eigenes Handwerkszeug kennen zu lernen und auch bei straffem Wind stabil zu stehen.
* um die Leseflüssigkeit zu erhöhen wird auf die weibliche Form verzichtet.